Arbeiten ihre Mitarbeiter nur in der Spargelsaison?

Natürlich auf dem Hof beschäftigen wir ca. 100 Mitarbeiter das ganze Jahr. In der Saison ist nur der Arbeitsaufwand am größten. Schauen wir uns mal den Arbeitsalltag unser Agraringenieure im Spargel im Jahresverlauf an. Im Januar ist es noch ruhiger, es herrscht Frost und einige Flächen sind sogar Schnee bedeckt. Zeit also anstehende „Büroarbeiten“ vorzubereiten. Im Herbst und im zeitigen Frühjahr informieren unsere Ingenieure Interessierte Erntehelfer in Polen und Rumänien über die Arbeitsbedingungen. Wir planen auf welchen Flächen wir im kommenden Jahr Spargel pflanzen, Informieren uns auf Seminaren über die neuen Anforderungen im Hinblick auf den Pflanzenbau. Spätestens im März beginnen wir dann mit dem Aufdämmen (hierzu gibt es einen eigenen Artikel im Blog), es folgt die Ernte. Nach der Ernte nehmen wir spätestens am 24.Juli die Flächen aus der Ernte, das heißt wir nehmen den Erddamm und die Folie herunter. Wir beregnen die Felder und führen wenn nötig Pflanzenschutz und Düngemaßnahmen durch. Im Mai haben wir bereits angefangen neue Spargelpflanzen auszupflanzen und bringen nun noch die letzten in die Erde. So versuchen wir bis September das Kraut möglichst gesund zu halten. Dann mulchen wir es ab (das heißt wir schneiden es ab und arbeiten es ein, damit die Pflanzengesundheit verbessert wird). Im November beginnen wir dann bereits neue Dämme für das Frühjahr auf den kaltgründigen Standorten zu ziehen und legen Folie zur Verfrühung auf.

Um die Saison zu strecken und ihnen möglichst lang heimische Produkte im Hofladen zu präsentieren, bauen wir zudem andere Kulturen an: Heidelbeeren, die im März und Februar intensiv zu scheiden sind, bevor die Ernte von Juli – September folgt. Erdbeeren, die kontinuierlich als Frigos gepflanzt werden. Grüne Buschbohnen und Mairübchen, die in Sätzen von Mai bis August gelegt, betreut und einige Wochen nach dem Pflanzen kontinuierlich geerntet werden. Hinzukommen allerhand landwirtschaftliche Kulturen, die mehr als die Hälfte der Fläche einnehmen und gehegt und gepflegt werden wollen (Silomais, Futtermais, Raps, Gerste, Futterweizen, Roggen…).

Das ganze erfordert natürlich eine sorgsame Organisation hinter den Kulissen, das Lohnbüro für die polnischen und rumänischen Erntehelfer ist ganzjährig besetzt, ebenso die Buchhaltung und die Mitarbeiterküche.