Weiße und schwarze Folien

Seit vier Wochen bereits ist Brandenburger Spargel in aller Munde – dank unserer Erntehelfer, die im Havelland bereits seit April bei der Arbeit sind. Rund 1500 Tonnen Spargel höchster Qualität konnten seit Saisonbeginn geerntet werden.

Unsere fleißigen Erntehelfer haben bis zu 10 kg in der Stunde gestochen, das ist eine Wahnsinnsleistung für die wir sehr dankbar sind. Da die Temperaturen mittlerweile kontinuierlich gestiegen sind, entfernen wir mittlerweile die Tunnel von den Feldern. Indem wir die Folien so gedreht haben, dass die weiße Seite nach oben zeigt, können wir das Wachstum etwas anpassen. Da die Nachfrage nach Pfingsten meist etwas abnimmt, entschleunigen wir auf diese Weise das Wachstum. Der Vorteil: Wir stellen sicher, dass keine Lebensmittel unnötig verschwendet werden. Übrigens: Wann es soweit ist, die Folie zu drehen, bestimmen wir nicht ausschließlich nach Erfahrung und Gefühl, sondern wir messen die Temperatur an der Knospe.

Wenn sie auf einem Feld mal weiße und mal schwarze Folie sehen, heißt das nicht, dass die doppelte Folienmenge irgendwo liegt. Die gleiche Folie hat eine weiße und eine schwarze Seite und kann bei Bedarf ganz einfach gewendet werden.

Spargelfolien kommen heute auf 85 % der Flächen zum Einsatz. Die schwarz-weiße macht mit 88% den größten Anteil aus, gefolgt von einer Antitaufolie.

Eine kleine Geschichte des weißen Spargels

Spargel war in der Antike vor allem als Zier- und Heilpflanze bekannt und geschätzt. Vom griechischen Arzt Hippokrates aus Kos (ca. 460-370 v. Chr.) wird er in seinen Aufzeichnungen als Heilmittel genannt. Anders als die Griechen waren die Italiener in der Antike stärkere an der Verbesserung von landwirtschaftlichen Anbausystemen interessiert. Sie haben das Anbausystem verbessert und den Spargel kultiviert und verstärkt für den Verzehr geerntet. So stammt eine Anbauanleitung von Marcus Portius Cato (ca. 234-149 v. Chr.). Auch damals wurde er bedingt durch seinen frischen, leichten Geschmack als Beilage zu Fisch gegessen. Durch die Römer verbreitete sich die Pflanze im restlichen Europa. Heute wird er vor allem in England, Frankreich und Spanien als Grünspargel kultviert und verzerrt. Bleichspargel (weißer Spargel) ist in Beelitz entwickelt worden und bis heute vor allem hier bekannt. Auf einem Hof in Beelitz haben wir gehört, dass der weiße Spargel entdeckt wurde, weil ein Bauer seinen Zierspargel abtöten wollte und daher mit Erde bedeckte (Pflanzen gehen ohne Sonnenlicht ein). Als er dann im Frühjahr den Erdwall abnehmen wollte, sah er die weißen Stangen. Auf Grund ihres hervorragenden Aussehens brachte er sie nach Sansoucis zum König. Dieser war so begeistert, dass für einige Zeit nur dieser Bauer das edle Gemüse am Schloss anliefern durfte.

Regionalität – Ja, bitte!

Vor allem der deutsche Spargel erfreut sich großer Beliebtheit bei den Deutschen. Er wird der größte Anteil auch vor Ort produziert. Auf Grund der höheren Lohnkosten im Inland ist der Verbraucher bereit hier einen preislichen Aufschlag in Kauf  zu nehmen. So liegen die Preise für deutschen Spargel meistens deutlich über denen für Spargel aus dem Ausland, obwohl hier Transportkosten anfallen. Unsere Produkte finden sie im Hofladen und auf einer Vielzahl von Wochenmärkten in der Umgebung. Nähere Informationen:  www.vielfruchthof.de

Die Vorteile von Spargelfelder direkt vor der Haustür sind:

  • Sie können die Produktion direkt in Augenschein nehmen
  • Kurze Transportwege verringern den CO2 Ausstoß ihres Produktes
  • Der Spargel ist besonders frisch