Lebensmittelverschwendung: Was passiert wenn Obst und Gemüse übrig bleibt?

Unsere leckeren Produkte werden leider manchmal nicht alle verkauft, doch die übrigen Erdbeeren, Heidelbeeren und Spargelstangen landen nicht etwa in der Tonne. Aus dem Obst machen wir Saft und Marmelade. Der Spargel wird geschält und zu leckeren Salaten verarbeitet. Natürlich beliefern wir nach wie vor unentgeltlich die Tafeln in unserer Region.

Produkte aus Erdbeeren 2

Geschälter Spargel ist ja praktisch, aber was wird aus den Resten?

In den Supermärkten und Hofläden findet sich immer häufiger geschälter Spargel, so kann nach einem langen Arbeitstag das Gemüse ohne viele Umstände direkt im Kochtopf landen. Die Spargelschalen landen jedoch nicht im Abfall, ebenso wenig die Enden, wenn das Gemüse nochmal frisch angeschnitten wird. Wir liefern die Schalen an Suppen- und Gewürzhersteller und stellen so sicher, dass möglichst alles verzerrt wird.

Weser Kurier veröffentlicht Video über unsere Spargelfelder

Der Weser Kurier hat auf YouTube ein Video hochgeladen, dass unsere Spargelfelder und die Ernte aus der Vogelperspektive zeigt. Wer sich die Felder bei Nienburg einmal von oben ansehen will kann dies hier tun.

Folien über mehrere Jahre im Einsatz

Durch den Einsatz der Folie können wir den Erntebeginn nach vorne ziehen. Einige Bereiche sind dieses Frühjahr bereits abgeerntet worden und wir haben ein Teil der Folie zwischen den Reihen abgelegt. Doch warum bleibt die Folie überhaupt draußen? Wir möchten während der gesamten Erntezeit einer Anlage (acht bis zehn Jahre) möglichst wenig Folie verwenden. Da die Felder unterschiedlich lang und breit sind, ist es notwendig, die Folien exakt der Reihe der Vorjahre zuzuordnen, denn Sie wurden passgenau zugeschnitten. Genau das stellen wir über die Falttechnik sicher.

Nach der Ernte: Pflanzenschutz

Da der Spargel nur von Juni bis ca. Mitte September Zeit hat neue Kraft zu sammeln, müssen wir ihn möglichst gesund erhalten. Wir versuchen das Unkraut durch regelmäßige mechanische Bodenbearbeitung (Grubbern zwischen den Reihen) am Aufwachsen zu hindern. Das Spargelkraut schneiden wir zudem ab, wenn es verblüht ist und arbeiten es ein. Auf diese Weise können Pilze schlechter in das sogenannte Spargelrhizom gelangen und die Pflanze nicht so schnell im nächsten Jahr besiedeln. Außerdem achten wir darauf, in unseren Kulturen ein Umfeld zu erhalten, das Nützlinge nicht schädigt, sondern fördert. Unsere Nützlinge sind unter anderem Florfliegen, Spinnen und Marienkäfer.

Spargel-Jungpflanzen werden gesetzt

Seit Mitte Mai pflanzen wir wieder Spargeljungpflanzen. Die kleinen Pflänzchen werden im Gewächshaus vorgezogen und von Hand in unsere Pflanzmaschine eingelegt. Damit sie gut anwachsen, erfolgt eine Überkopfberegnung. In den nächsten zwei Jahren haben die Pflänzchen Zeit Kraft zu sammeln, bevor Sie erstmals geerntet werden können.

In Lagen mit starker Winderosion nehmen wir Zwischensaaten mit Sommergerste vor. Den Boden versuchen wir vor allem durch eine regelmäßige mechanische Bodenbearbeitung – mit dem so genannten. Grubber– unkrautfrei zu halten. Die Ungräser führen sonst zu einer hohen Nährstoffkonkurrenz und wir müssten mehr düngen. Dass die Junganlagen zwei Jahre unberührt bleiben, zieht übrigens Feldhasen an, die hier relativ oft zu beobachten sind.

Bienenstöcke für mehr Biodiversität

In Bauerngärten und in der Nähe von Robinien und Beerenplantagen haben wir Bienenstöcke aufgestellt. Mehr als 300 Bienen- und Hummelvölker sind dort zur Zeit der Blüte angesiedelt. Damit helfen wir nicht nur, die Bienenpopulation zu erhalten, sondern auch unseren Heidelbeeren. Wenn diese nämlich von Bienen bestäubt werden, werden die Früchte deutlich größer als ohne Bestäubung. Das gilt nicht nur für unsere Felder, sondern auch für jeden heimischen Hausgarten. Wer sich nicht die ganzjährige Pflege eines Bienenvolkes zutraut, kann ein Insektenhotel aufstellen – so wie wir es in unserem Kräutergarten auch gemacht haben.

 

Ernte auf Hochtouren

Seit vier Wochen bereits ist Niedersächsischer Spargel in aller Munde – dank unserer Erntehelfer, die im bereits seit April bei der Arbeit sind. Rund  Tonnen Spargel höchster Qualität konnten seit Saisonbeginn geerntet werden. Unsere 2000 fleißigen Erntehelfer haben bis zu 10 kg in der Stunde gestochen, dass ist eine Wahnsinnsleistung für die wir sehr dankbar sind. Da die Temperaturen mittlerweile kontinuierlich gestiegen sind, entfernen wir mittlerweile die Tunnel von den Feldern. Indem wir die Folien so gedreht haben, dass die weiße Seite nach oben zeigt, können wir das Wachstum etwas anpassen. Da die Nachfrage nach Pfingsten meist etwas abnimmt, entschleunigen wir auf diese Weise das Wachstum. Der Vorteil: Wir müssen deutlich weniger einwandfreien Spargel wegschmeißen. Übrigens: Wann es soweit ist, die Folie zu drehen, bestimmen wir nicht ausschließlich nach Erfahrung und Gefühl, sondern wir messen die Temperatur an der Knospe.