Wir sind ein konventioneller Betrieb

Häufig werden wir gefragt, ob unsere Produkte konventionell oder ökologisch hergestellt werden. Wir sind ein konventioneller Betrieb und setzen daher auch mineralische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel ein. Allerding nur mit äußerstem Bedacht!

Wird Pflanzenschutz betrieben, müssen erst Schadschwellen erreicht werden (z.B. auf einem Hektar werden eine bestimmte Anzahl an Spargelfliegen oder Spargelhähnchen gefunden). Danach wird die Anwendung genau vorbereitet, es sind nämlich strenge Auflagen zu beachten. Dies sind beispielsweise Sachkundenachweise unserer Mitarbeiter, maximale Aufwandsmengen, das Verbot bienengefährlicher Mittel etc.. Die Einhaltung der Auflagen kontrollieren unabhängige Organisationen über z.B. Bodenproben und Produktproben. Zertifiziert sind wir nach Global Gap (QS) und IFS.

Aber auch vorab treffen wir Maßnahmen um den Einsatz dieser Mittel stark zu beschränken:

  • Sortenwahl
  • Ausrichten der Reihen in die Windrichtung
  • Erhöhter Reihenabstand bei der Anlagenerstellung
  • Folien im Spargel um die Unkräuter natürlich am Wachsen zu hindern
  • Netze in den Mairübchen um die Kohlfliege abzuwehren
  • Einsatz und Förderung von Nützlingen wie Marienkäfern und Schlupfwespen

In Hinblick auf die Düngemittel setzen wir zum einen auf organische Dünger wie die häufig erwähnte Kalivinasse(Kalidünger) oder Gärreste aus Biogasanlagen (Stickstoffdünger und Phosphordünger). Bevor wir Düngen ziehen wir Bodenproben und schicken auch Blattproben ein, um den Gehalt an Nährstoffen in der Pflanzen und im Boden zu bestimmen. Die richtige Düngemenge ist nach den Vorgaben der deutschen Düngeverordnung zu bestimmen, auszubringen und zu prüfen (durch die Kammern). Nährstoffe werden nur dann eingesetzt, wenn ein Mangel vorhanden ist.

Pflanzennährstoffe sind vor allem: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K), hinzukommen die Mikronährstoffe (Chlor Cl, Eisen Fe, Kupfer Cu, Zink Zn, Mangan Mn, Molibdän Mo, Brom B).

Weitere Indikatoren, ob eine Düngung notwendig ist, liefert die Pflanze selbst: Mangel- oder Überversorgung zeigt sich an der Blattfarbe, spezifischen Verfärbungen, Veränderungen der Gewebebeschaffung.

Weitere Informationen:

https://www.julius-kuehn.de/pb/ab/pflanzenernaehrung/

https://www.julius-kuehn.de/pflanzenschutz/

Arbeiten ihre Mitarbeiter nur in der Spargelsaison?

Natürlich auf dem Hof beschäftigen wir ca. 100 Mitarbeiter das ganze Jahr. In der Saison ist nur der Arbeitsaufwand am größten. Schauen wir uns mal den Arbeitsalltag unser Agraringenieure im Spargel im Jahresverlauf an. Im Januar ist es noch ruhiger, es herrscht Frost und einige Flächen sind sogar Schnee bedeckt. Zeit also anstehende „Büroarbeiten“ vorzubereiten. Im Herbst und im zeitigen Frühjahr informieren unsere Ingenieure Interessierte Erntehelfer in Polen und Rumänien über die Arbeitsbedingungen. Wir planen auf welchen Flächen wir im kommenden Jahr Spargel pflanzen, Informieren uns auf Seminaren über die neuen Anforderungen im Hinblick auf den Pflanzenbau. Spätestens im März beginnen wir dann mit dem Aufdämmen (hierzu gibt es einen eigenen Artikel im Blog), es folgt die Ernte. Nach der Ernte nehmen wir spätestens am 24.Juli die Flächen aus der Ernte, das heißt wir nehmen den Erddamm und die Folie herunter. Wir beregnen die Felder und führen wenn nötig Pflanzenschutz und Düngemaßnahmen durch. Im Mai haben wir bereits angefangen neue Spargelpflanzen auszupflanzen und bringen nun noch die letzten in die Erde. So versuchen wir bis September das Kraut möglichst gesund zu halten. Dann mulchen wir es ab (das heißt wir schneiden es ab und arbeiten es ein, damit die Pflanzengesundheit verbessert wird). Im November beginnen wir dann bereits neue Dämme für das Frühjahr auf den kaltgründigen Standorten zu ziehen und legen Folie zur Verfrühung auf.

Um die Saison zu strecken und ihnen möglichst lang heimische Produkte im Hofladen zu präsentieren, bauen wir zudem andere Kulturen an: Heidelbeeren, die im März und Februar intensiv zu scheiden sind, bevor die Ernte von Juli – September folgt. Erdbeeren, die kontinuierlich als Frigos gepflanzt werden. Grüne Buschbohnen und Mairübchen, die in Sätzen von Mai bis August gelegt, betreut und einige Wochen nach dem Pflanzen kontinuierlich geerntet werden. Hinzukommen allerhand landwirtschaftliche Kulturen, die mehr als die Hälfte der Fläche einnehmen und gehegt und gepflegt werden wollen (Silomais, Futtermais, Raps, Gerste, Futterweizen, Roggen…).

Das ganze erfordert natürlich eine sorgsame Organisation hinter den Kulissen, das Lohnbüro für die polnischen und rumänischen Erntehelfer ist ganzjährig besetzt, ebenso die Buchhaltung und die Mitarbeiterküche.

Wie werden ihre Erntehelfer betreut?

Unsere Erntehelfer arbeiten stets in einer festen Gruppe, so bauen sie in der Regel ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Gruppenleiter auf und dieser ist in der Lage die Entwicklung des Helfers besser zu verfolgen beispielsweise, ob er einen Tipp zur Verbesserung seiner Erntetechnik am nächsten Tag umsetzen kann oder noch weiterer Hilfe bedarf.
Der Gruppenleiter stammt in der Regel aus dem Heimatland der Mitarbeiter und spricht deutsch oder englisch um mit unseren deutschsprachigen Mitarbeitern zu kommunizieren. In der Regel sprechen die deutschen Agraringenieure auch ein paar Worte polnisch oder rumänisch, außerdem stehen rumänische und polnische Dolmetscher stets mit Rat und Tat zur Seite.
Mit ihrer Gruppe wohnen die Erntehelfer gemeinsam in einer Unterkunft. Diese ist mit Hostels vergleichbar. Das heißt es sind Zimmer mit drei bis vier anderen Personen und gemeinsam genutzte Bäder und Küchen.
Ein warmes Mittagessen bekommen die Mitarbeiter von uns. In den Küchen setzten wir auch polnische und rumänische Köche ein, um die geschmacklichen Präferenzen aus den Heimatländern zu berücksichtigen, beispielsweise gibt es häufig leckeres polnisches Bigosch. Mit den Busen, die den einzelnen Gruppen zur Verfügung stehen, fahren sie regelmäßig zum Einkaufen in die Supermärkte nah der Unterkunft.
Erkrankt einer unserer Erntehelfer stellen wir selbstverständlich seine medizinische Versorgung sicher, unsere Dolmetscher begleiten den Mitarbeiter zum Arzt, zudem sind die Gruppenleiter regelmäßig verpflichtet ihre Erste-Hilfekenntnisse bei Schulungen auf dem Hof aufzufrischen.

Hunger auf Bigosch- hier geht’s zum Rezept:

https://www.chefkoch.de/rezepte/1284641233826052/Bigos-polnisches-Nationalgericht.html