Folie an den Feldrändern und in den Reihen – Warum liegt sie da nach der Ernte?

Die Spargelfelder sind bereits abgeerntet worden und wir haben ein Teil der Folie zwischen den Reihen abgelegt. Doch warum bleibt die Folie überhaupt draußen? Wir möchten während der gesamten Erntezeit einer Anlage (acht bis zehn Jahre) möglichst wenig Folie verwenden. Da die Felder unterschiedlich lang und breit sind, ist es notwendig die Folien exakt der Reihe der Vorjahre zuzuordnen, denn Sie wurden passgenau zugeschnitten. Genau das stellen wir über die Falttechnik sicher. So verhindern wird, dass neue Folie verwendet werden muss,  benutzen vorhandene Folie möglichst viele Jahre (im Idealfall acht Jahre, also die ganze Lebenszeit der Anlage hindurch).

Für was sind die Netze rund um das Domstiftsgut

 

Die Netze decken die Mairübchen ab, die auch auf dem Gut angebaut werden. Mairübchen oder Teltower Rübchen sind eine brandenburger Spezialität. Sie gehören zu den Rettichen, die Rübchen schmecken frisch, manchmal leicht süß und ähneln milden Radieschen. Damit sie nicht von der Kohlfliege beschädigt werden und sie die Rübchen ohne Wurm genießen können, legen wir Netze auf die Rüben. So können wir auch verhindern, das chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden müssen, um die Fliegen zu bekämpfen.

Tiefenlockerung im Spargel

Vielleicht haben Sie sich gewundert, warum wir den Boden so tief durchpflügen und sich vielleicht auch Sorgen gemacht, ob die schweren Maschinen dem Boden schaden. Wir nehmen die Maßnahme vor, da Spargel für ein langes Leben (wie alle Pflanzen) eine gut durchwurzelbare lockere Bodenschicht von 80-100 cm Tiefe benötigt. Leider kann sie nur bei trockenem Boden erfolgen, wir versuchen aber windstille Tage zu nutzen, damit sie nicht durch den Staub gestört werden. In ihrem eigenen Garten erkennen Sie zu festen Boden daran, wenn Sie ihn aufgraben und verfärbte Verdichtungen (grün, gelblich sehen), dann bekommen Ihre Pflanzen nicht genug Sauerstoff.

Kennzeichen verdichteter Boden L:

  • Staunass
  • Luftmangel
  • Kalter Boden
  • Gehemmte Humifizierung
  • Fäulnis
  • CO2 Gehalt im Boden steigt an
  • Anerobe Bedingungen

Kennzeichen gelockerter Boden J:

  • Hohes Porenvolumen
  • Hoher Gasaustausch
  • Viel Sauerstoff im Boden
  • Bessere Erwärmung
  • Höhere Aktivität von Bodelebewesen
  • Gutes Wurzelwachstum

Frischer Spargel

Frischen Spargel erkennt man daran, dass er eine glatte, knackige Haut besitzt, das untere Ende nicht eingetrocknet und zusammengeschrumpft ist und wenn man es drückt auch etwas Saft austritt. Man kann es aber halten wie die Preußen „Schlag zwei Spargelstangen aneinander, wenn ein heller Ton zu hören ist, ist er frisch.” Dabei sollte man die Spargelstangen aber lieber reiben und nicht aufeinander schlagen – Vorsicht zerbrechlich!

Was passiert mit Abfällen aus der Spargelproduktion?

In den Supermärkten und Hofläden findet sich immer häufiger geschälter Spargel, so kann nach einem langen Arbeitstag das Gemüse ohne viele Umstände direkt im Kochtopf landen. Die Spargelschalen landen jedoch nicht im Abfall, ebenso wenig die Enden, wenn das Gemüse nochmal frisch angeschnitten wird. Wir liefern die Schalen an Suppen- und Gewürzhersteller und stellen so sicher, dass möglichst alles verzerrt wird.

Die Abschnitte, die zu kurz sind nutzen wir zudem als natürlichen Dünger auf unseren Feldern. Da Spargel viele Nährstoffe und Wasser enthält, der auch anderen Pflanzen nützt.

Spargel für die Tonne? Das passiert mit übrigem Obst und Gemüse!

 

Unsere leckeren Produkte werden leider manchmal nicht alle verkauft, doch die übrigen Erdbeeren, Heidelbeeren und Spargelstangen landen nicht etwa in der Tonne. Aus dem Obst machen wir Saft und Marmelade. Der Spargel wird geschält und zu leckeren Salaten verarbeitet. Natürlich beliefern wir auch nach wie vor unentgeltlich die Tafeln in unserer Region, damit alle etwas von den leckeren Produkten haben.

Spargelpflanzung

Seit Mitte Mai pflanzen wir wieder Spargeljungpflanzen. Die kleinen Pflänzchen werden im Gewächshaus vorgezogen und von Hand in unsere Pflanzmaschine eingelegt. Damit die sie gut anwachsen, erfolgt eine Überkopfberegnung. In den nächsten zwei Jahren haben die Pflänzchen Zeit Kraft zu sammeln, bevor Sie erstmals geerntet werden können.

In Lagen mit starker Winderosion nehmen wir Zwischensaaten mit Sommergerste vor. Den Boden versuchen wir vor allem durch eine regelmäßige mechanische Bodenbearbeitung – mit dem sog. Grubber– unkrautfrei zu halten. Die Ungräser führen sonst zu einer hohen Nährstoffkonkurrenz und wir müssten mehr Düngen. Dass die Junganlagen zwei Jahre unberührt bleiben, zieht übrigens Feldhasen an, die hier relativ oft zu beobachten sind.

Qualität und Regionalität

Diese beiden Schlagwörter sind in aller Munde. Doch manchmal greift der Verbraucher gerade in Deutschland gern zum günstigeren Importprodukt. Ein Trend der nicht für den Spargel gilt. Zu diesem Thema ist ein toller Artikel in der Zeit erschienen.

https://www.zeit.de/zeit-magazin/essen-trinken/2018-04/spargel-gemuese-saisonal-regional-geiz

Wie viel Spargel essen wir? Wer kauft ihn und wo überhaupt?

 

Deutschland ist Spargelland Nummer 1. Aus diesem Grund verzehrt auch jeder Haushalt im Schnitt 2,5 kg pro Saison. Unsere Kunden sind in der Regel bereits etwas älter und kennen das königliche Gemüse vermutlich schon aus ihrer Kindheit (viele Käufer gehören zur Generation 50 +). Im Vergleich zu anderem Gemüse haben die Hofläden und Wochenmärkte eine große Bedeutung, denn hier wird fast 50 % des Edelgemüses bezogen.

Die Importe sind in der Vergangenheit weniger geworden. Spargel aus dem Ausland stammt meist aus Griechenland, Spanien oder Polen.

Spargeljunganlagen – schaffen ökologischen Mehrwert

In den Spargeljunganlagen muss noch vieles von Hand erledigt werden. Die kleinen Spargelpflanzen sind sehr empfindlich, chemische Pflanzenschutzmittel würden das junge Gewebe beschädigen. Daher erfolgt die gesamte Unkrautbekämpfung mechanisch – also mit Hacke und Handschuh. Damit sich die kleinen Pflanzen etablieren können, werden Sie anfänglich über Kopf und dann mit wassersparenden Tropfschläuchen beregnet. Nach ca. 3 Jahren hat der Spargel so tief gewurzelt, dass auch auf den trockenen, sandigen Böden keine Beregnung mehr notwendig ist.

Damit in den ersten zwei Jahren vor der Ernte der Acker bleibt wo er hingehört, nehmen wir eine Einsaat mit Grass vor. Dieses wird ebenfalls nur gemäht und Löwenzahn und andere Kräuter und Blumen dürfen ebenfalls wachsen. So schaffen unsere Junganlagen ökologischen Mehrwert 🙂